Montag, 9. Februar 2026

Statischer Winter



Wintergemälde

Der Garten zum Wintergemälde erstarrt,
raureif für alles, das da noch harrt.
Am Fenster fröstelt der Blick, bricht kalt
durch das blumig eisige Glas, nebelblass,
um noch verstreute Worte zu finden,
den Winter in Reime zu binden.

Vielleicht um mein Herz zu enteisen,
ins Warmwörtertum zu reisen,
oder dem Frühling im Vers entgegen zu eilen.

Außer Sternentod nichts gewesen,
brachte nur karges Licht zwischen die Zeilen,
um den Winter, da draußen, weiter zu lesen.


@Lisa Nicolis













 

Sonntag, 8. Februar 2026

In meinem Kopf


In meinem Kopf

Manchmal sprießen Bäume und
es wurzeln Wälder in meinem Kopf,

Gedanken rauschen den Bach hinunter
ins Leere und in meinen Blicken
weiten sich Wege, ausweglos,
hin zu wunderbunte Horizonte.

Das Geräusch in meinen Ohren,
der Wind?

Und im Schleudersitz meiner Fantasie
falle ich am Rande der Welt
in ein Wolkenbett, um das Rund
mit den quadratischen Engen
zu ent... Decken.


@Lisa Nicolis













 

Sinnliche Spachtelmalerei


fruchtloser Weg


was soll ich
mit deinem Sehnen
das mir entgegen
schwebt
sich nicht mehr
um meine Hoffnung
webt
und mich sucht
auf fruchtlosem
Wege

mein dir
Entgegenträumen
hat bleiernes Gewicht
es beflügelt
mich nicht und
ist zum Schweben
entkräftet


© Lisa Nicolis













Samstag, 7. Februar 2026

Der Nebel heut



Der Nebel heut

Ich wünsche mir, dass er sich niemals lichtet
und immer alles um sich selbst verbirgt,
dass keine Seele mehr die andre sichtet
und Sehnsucht nach der anderen erwirkt.

Solang er dicht und leicht das Sein umnebelt
und es umhüllt mit mattem Schleiertand,
mit Zauber jeden Blick veredelt,
hat Friede wohl 'ne Weile hier Bestand.

Den Bäumen steht es gut, wie Glas zu wirken,
so unwahrscheinlich ist mein Garten heut.
Doch hinter all den transparenten Birken
tummelt sich weltweit weiter Hass und Streit.

Es wäre gut, wir könnten mal nichts sehen,
ein seichter Nebel hüllt' uns alle ein,
um Zeit zu haben, auch in sich zu gehen,
um wertzuschätzen jedes ErdenSein.


@Lisa Nicolis











 

Freitag, 6. Februar 2026

Gelbe Rosen



Gelbe Rosen

Die gelben Rosen hängen schwer
an ihren zarten Stängeln.
Sie wiegen träg sich hin und her.
Sie lösen sich gleich Engeln
die müd aus ihren Himmeln fallen.

Die Blätter haben keinen Halt,
sie schweben in den Garten
in einen dunklen Zeitenspalt,
wo Blumenengel warten
und ihren Himmel gelb bemalen.


@Lisa Nicolis